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Vortrag von Frau Dr. Brigitte Streich:
Der 1. Separatistenputsch in  Wiesbaden am 1. Juni 1919

Am 13.12.1918, wenige Wochen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde Wiesbaden als Mainzer Brückenkopf von französischen Truppen besetzt. Diese Besetzung, die mit Unterbrechungen bis 1930 dauerte, läutete das Ende der alten Kurstadt ein, der Fremdenverkehr kam fast vollständig zum Erliegen. Sie beendete auch die kurze Herrschaft des Arbeiter und Soldatenrates, der sich als Folge der Novemberrevolution gegründet und mehrere Errungenschaften – z.B. den Achtstundentag – für die einfache Bevölkerung durchgesetzt hatte.

Die Rheinlandbesetzung stieß bei der Mehrheit der Einwohner auf Widerstand; es entstanden jedoch auch Strömungen, die zum einen eine antisozialistische Stoßrichtung hatten, sich zum anderen aber gegen die protestantische Hegemonialmacht Preußen richteten und darauf abzielten, eine an Frankreich angelehnte Rheinische Republik zu gründen. Das französische Militär unterstützte diese separatistischen Bestrebungen nachhaltig.

Wiesbaden war neben Aachen, Köln und Trier eines der Zentren des rheinischen Separatismus. Angeführt von Staatsanwalt Hans Adam Dorten, wurde die Stadt am 1. Juni 1919 Schauplatz eines Putschversuchs. Die Reaktion der Wiesbadener Bevölkerung, nämlich Protestkundgebungen und ein Generalstreik, brachten die Franzosen zum Einlenken. Sie entzogen den Separatisten ihre Unterstützung; nach einer Woche zogen sich die Putschisten zurück. Ein weiterer Putschversuch 1923 führte ebensowenig zum Erfolg.

 

Der Eintritt ist frei

 

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